Surfen ist nicht schwer, es lernen dagegen sehr!

Wie kam ich zum Segeln? Part 1

Blutige Knie, blaue Flecken und ein paar Beulen,
so fing das Fieber bei mir an!

Surfen mit Stealth-Rigg

Surfen mit Stealth-Rigg

Die erste Berührung mit einem Segel, kombiniert mit einem Brett, Wasser und ordentlich Wind und Wellen hatte ich im Jahr 2000.

Dabei holte ich mir erst einmal blutige Knie, blaue Flecken und ein paar Beulen am Kopf! (Und eine Erfahrung mehr)

Warum?

Ich machte einen Kurs in Windsurfen in Italien, am Strand von Punta Sabbioni, (dort legt auch die Fähre nach Venedig ab) bei Windstärken zwischen 5 und 6 Beaufort.
Zwei meiner Jungs übrigens auch, der Jüngste durfte noch nicht, er war zu jung und konnte noch nicht schwimmen.
Wohlgemerkt KONNTE…. Er hat es sich dann aber ganz schnell selbst am Meer beigebracht! (durfte trotzdem noch nicht surfen und war mächtig sauer)

4 Männer und ein Zelt

Ich fuhr alleine mit meinen drei Buben nach Punta Sabbioni in Italien zum Camping: https://www.marinadivenezia.it/deu/ Toller Campingplatz, aber ziemlich gross. Es war im Juni, ich hatte Geburtstag, die Jungs waren für die halben Sommerferien bei mir und es war ehrlich gesagt „Scheisswetter“ in Germany!
(Ist ja selten, aber kommt doch vor im Sommer!)

Wir hatten bei Venue Holidays ein Espace Zelt vor Ort gemietet, so dass wir nicht sehr viel mitnehmen mussten. Den Veranstalter hatte ich mal durch Zufall gefunden und wir waren echt total begeistert vom Service und von den Preisen. Mit Venue Holidays waren wir schon in Frankreich und Spanien, jetzt also auch in Italien. Tolle, geräumige und gepflegte Zelte und Mobilhomes (Die Zelte haben uns besser gefallen und waren günstiger als bei Eurocamp). Ich hatte sehr kurzfristig telefonisch gebucht, war aber alles überhaupt kein Problem. Bezahlen können sie vor Ort!

Dafür gibt es 5 Sterne von mir!

Unsere Zeltnachbarn aus Passau waren extrem erstaunt, dass man in einem Omega Kombi ganz entspannt hinten durch schauen kann, trotz dreier Kinder an Bord.. Sie hatten in einem Vectra Kombi alles bis unters Dach voll geladen und noch eine volle Dachbox obendrauf. Dabei hatten sie genau EINEN Bub im Alter von 5-6 Jahren dabei, (Der Patrick aus Passau, ein lustiger Bursche). Er hatte – glaube ich – sein gesamtes Spielzimmer mitgenommen. Ihm gefiel es dann aber sehr gut bei uns – ganz ohne seine ganzen Spielsachen. 😉

Vom Schnupperkurs zur Halse

Es fing alles ganz harmlos mit einem kostenlosen Schnupperkurs an. Meine Jungs drehten (gefühlt) nach wenigen Minuten um mich Kreise, wendeten und halsten als gäbe es kein Morgen. Ich jedoch fand noch keinen Halt auf diesem schaukelnden Brett mit ohne Festhalter. Hielt ich mich am Mast fest (was der Surflehrer explizit verboten hatte – ist kein Festhalter, muss weg vom Körper gestreckt werden, etc.) bekam ich direkt die Quittung, landete im Wasser, meist mit vorheriger Brettberührung, bekam den Mast ab und paddelte hilflos unter dem Segel herum.
Ich kam mir vor „wie eine Spaghetti in die warme brodelnde Salze Wasser“.
Aber ich hatte Ehrgeiz!

Und am dritten Tag erschuf er… Seinen Surfschein!

Bei ablandigem Wind mit 5,5 bft nahm ich mir ein schickes, ziemlich grosses Segel und stach in See!
Kommentar des Surflehrers: Bißchen gross das Segel! Aber: Schwimmen kannste ja, habe ich ja gesehen.  (ich war am Tag zuvor ca. 1 km meinem Brett im Meer hinterhergeschwommen, bevor der Surflehrer uns beide einfing.)
Solltest Du es mit diesem Rigg schaffen Fahrt aufzunehmen, wirst Du recht schnell werden! Dann musst Du mit den Füßen in die Schlaufen… Und da das Rigg anfassen… Und Füsse da…. Und wenn du Halsen musst…
Ich so: Ja, Nee, Logisch, Klar! alles verstanden! (was hat er erzählt?)

Jippie, es funktioniert!!

Und echt, es funktionierte! Ich war fassungslos und hoch erfreut!
Segel auf, Bobbes im Wasser – Segel zu, es geht wieder in die Höh! Tolle Sache! 🙂
So surfte ich eine ganze Zeit lang (Uhr hatte ich ja nicht mit).
Alles um mich herum nahm ich nicht mehr so richtig wahr.
Dann schaute ich irgendwann einmal wo ich eigentlich so rumsurfe.
Oh Schreck! Was ist das? Vor mir tauchte eine neue Küste auf!
Da wollte ich doch gar nicht hin! Ist das Kroatien?

Wo ist meine Küste hin?

Ich war einfach aufs offene Meer hinausgesurft und zwischen mir und (je)der Küste lag ziemlich viel Wasser. Jetzt war mir auch klar, warum die anderen (die Poser, die echt surfen konnten) immer vor der Küste hin und hergesurft sind.
(der Begriff „ablandiger Wind“ sagte mir danach auch wesentlich mehr als vorher!)

Zurück musste ich also kreuzen (lernt ihr alles beim Segeln und Surfen), das hiess Zickzack-Kurs und dauernd wieder eine Wende fahren, weil nichts was ein Segel und keinen Motor hat, mit der Nase gegen den Wind fährt (ausser vielleicht rückwärts).
Der Rückweg war also viel länger zu surfen als der Hinweg. Nun ja, ich habe es geschafft und bin auf Amwindkurs mit topspeed wieder zurück gekommen. Habe beim Anlanden fast den Surflehrer umgenietet, der dort stand und Ausschau hielt.
Elegant das Segel nach vorne, Brett zur Seite geslidet und lässig abgestiegen! (So habe ich das jedenfalls in Erinnerung)

Surf nicht so weit raus, min Jung!

Der Surflehrer war stolz, dass ich es ganz alleine zurück geschafft hatte. Ich auch!
Allerdings sagte er mir auch: Nur so weit raus surfen wie man ggf. auch wieder zurück schwimmen könnte.

Das ganze damals ohne Neopren, ohne Nierenschutz, ohne Handschuhe, ohne Trapez, nur mit T-Shirt und Badehose.
Ich war etwas ausgekühlt, hatte mir die Hände aufgerieben und hatte Sonnenbrand und Muskelkater danach vom feinsten!
Puh, ich war leicht fertig mit der Welt und habe erst mal zwei Stunden geschlafen.

Merke: So nicht Nachmachen! Für größere Mittelmeerpassagen oder Transatlantische Reisen empfiehlt sich eher ein Boot!

Surfen hilft allerdings ungemein

zu verstehen, wie man mit Wind und Segel umgeht, welche Kurse man zum Wind fahren kann und was der Unterschied zwischen Wende und Halse, Backbord und Steuerbord ist. Aber auch, wie weit und mächtig so ein Meer ist.

Ich habe das extrem gemerkt, als ich das erste Mal auf einem Segelboot war.
Egal ob eine kleine Jolle oder ein Dicker Fahrtenkatamaran, was man mit dem Surfen gelernt hat, hilft einem später weiter.

Was mich jetzt ja mal reizen würde, zumal ich auch früher Sport Lenkdrachen geflogen bin, also prinzipiell weiss wie so etwas geht, wäre

Kitesurfen.

Ihr wollt wissen, was das ist? -> https://de.wikipedia.org/wiki/Kitesurfen

Mit Vierleinern über das Meer heizen, mit angeschnalltem Brett, DAS fände ich mal toll! Ich habe es schon viele Male beobachtet, zuletzt auf Bonaire:

Ich werde es garantiert mal ausprobieren!

Wie sahen eure ersten Schritte auf dem Meer oder See aus?
Surfen, Jolle, Paddelboot?
Erzählt mir von euren Erlebnissen!

Im nächsten Teil erzähle ich euch, wie und wo mich final das Segelfieber
gepackt hat und was ich gemacht habe, um das Fieber zu heilen.
Zur Ausbildung werde ich danach natürlich auch etwas schreiben:
Welche braucht man wofür und wie packt man das am besten an?

So stay tuned!

4 Kommentare

  1. Hallo Holger,
    sehr gut geschrieben, sehr amüsant war dein Surfausflug übers Meer,
    Respekt.
    Danke für Tipp mit Venue Holidays, wäre bestimmt auch mal was für meine Jungs wenn die was älter sind und mal Lust auf Camping haben.

    Viele Grüße

    1. Camping ist gerade mit kleinen Kindern (also sobald sie laufen können) Super entspannt. Keine Klamottenvorschrift, keine festen Uhrzeiten, keine schiefen Blicke…. Einfach am Strand spielen, Sandburgen bauen und mit Kindern aller Nationalitäten verständigen…
      Und mit mobilhome oder fertig eingerichtetem Zelt braucht man nicht viel mitnehmen.

  2. Ich bin auch über das Windsurfen zum Segeln gekommen! Und du hast Recht, es hilft wirklich: als „gelernter“ Windsurfer macht man an Bord eines Segelbootes viele Dinge „intuitiv“ richtig und kann anschließend oft gar nicht richtig erklären, warum man sich so entschieden hat. Segeln ist eben oft Gefühlssache und Gefühl bekommt man mit Erfahrun am Wind 🙂

    1. Ja, Timo da gibt es viele Parallelen! 🙂
      Ich kann es nur empfehlen mit dem Surfbrett oder einer kleinen Jolle (Laser) mal anzufangen oder reinzuschnuppern. Das Gefühl ist viel direkter und es hilft einem später enorm auf einer grossen Segelyacht. Es ist eh einfacher, WENN man Wind hat, denn dann spürt man es auch auf der Yacht, wo er einem hinbläst und kann danach den Kurs fahren. Ja, das Gefühl bekommt man eben durch Ausprobieren und MACHEN… 🙂 Ach ja, ich muss bald wieder auf ein Segelboot! 😀

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