Campervan and T-Mobile – Road Trip USA – Tag 2

Tagebuch einer Reise

USA Road Trip 2014 durch den Westen der USA mit einem Campervan

21.6.2014, Tag 2

Campervan

Ich bin von der travelodge mit einem Taxi zum Campervan oder RV Vermieter. (RV = Recreational Vehicle – So heißen die Campervans hier) gefahren.
Kosten : 25 Dollar.
Die Übernahme des Campervans soll zwischen 9 und 11 stattfinden.
Achtung: Entfernungen nicht unterschätzen! Vom Center Strip bis Boulder Highway waren wir eine gute halbe Stunde unterwegs.

Bei der Vermietung war Hochbetrieb, aber die Truppe hatte alles im Griff.
Der Chef dort ist ein Schweizer und eine Seele von Mensch! Ich habe ihn sofort in mein Herz geschlossen. Als er die geplante Route hörte, bekam er leuchtende Augen und holte eine Karte raus. Dann gab er mir Tipps wo ich lang fahren sollte und warum. Er wäre sofort mitgekommen, wenn er könnte, sagte er. Ich sagte ihm, er solle einen Reiseführer herausbringen, mit dem Wissen was er hat…

Die Übernahme des Campervans (RV) lief super professionell. Wir bekamen alles sehr ausführlich erklärt und gezeigt. Dann folgte der Einzelcheck der Fahrzeuge. Da bei meinem Fahrzeug noch Bettwäsche raus und Campinggarnitur rein musste, ging ich rein und wartete bis ich mit dem Papierkrieg dran war. Es dauert ein wenig, aber muss ja sein. Internationaler Führerschein war nicht notwendig, wenn man bereits so einen EU Plastik Führerschein hat.

Die Kreditkarte

1500 Euro Kaution plus 30 Euro Tax sind noch zu hinterlegen. Ich habe mich am nächsten Tag gefragt, warum ich für die Kaution meine DKB Visa Karte verwendet habe! Diese benutze ich ja als Reisekasse und habe deswegen immer Guthaben drauf (gibt ja sogar 1,05% Zinsen drauf momentan). Nun sind dort 1500 Euro blockiert bis zum Ende dieser Tour!

Merke: Für Kautionen am besten eine andere Kreditkarte verwenden, den Betrag cash hinterlegen oder Limit auf der Kreditkarte ggf. entsprechend vorher anpassen.

Es ist übrigens absolut sinnvoll, der Bank vor der Reise über seine Absichten Bescheid zu geben. Erstens läßt sich oftmals für die Dauer der Reise temporär das Limit erhöhen und zweitens sperren manchmal Banken aus Sicherheitsgründen Transaktionen, wenn sie den Verdacht haben es wäre ein unberechtigter Zugriff. Hat man die Karte noch nicht im Ausland eingesetzt, oder wechselt häufig die Location – wie bei einer Rundreise – kann es sein dass die Bank Zugriffe sperrt. Das läßt sich telefonisch leicht beheben, allerdings dann meist aufwändiger. Also: vorher der Bank Bescheid geben!

Ich habe einen Mini Winnie gemietet. Das ist mit 22 Fuss Länge so ziemlich die kleinste Ausgabe des Winnebago RV. Kleiner gibt es noch normale (Escape-)Vans (so im VW-Bus Format), die allerdings teurer waren und Juicy-Camper, das sind quasi Familyvans mit Aufstelldach, Bett und Küchenzubehör an Bord. Diese waren nicht wesentlich günstiger als der Winnie, also nahm ich den. Er hat eine komplette Nasszelle an Bord, mit Toilette, Waschbecken und Dusche. Ebenso Klima, Einen Generator, Gasheizung, Herd und Backofen, Kühl- und Gefrierschrank, Spüle, etc.

Gebucht hatte ich sehr kurzfristig von zuhause aus über CU-Camper, das ist ein deutscher Vermittler, der sich auf Camperreisen in USA und Kanada spezialisiert hat. In dem Onlineportal sind sofort Buchungen möglich und Verfügbarkeiten online sichtbar, was mir natürlich entgegen kam. Die ganze Abwicklung lief übrigens top!

Vorräte bunkern bei WAL-Mart Superstore

OK, Auto übernommen und ab zum empfohlenen WAL Mart Superstore (der hat alles, sogar SIM-Cards).
Dort erstmal Vorräte gebunkert (ist wie bei einem Segeltörn, nur der Transport an Bord ist etwas einfacher).
Unter anderem auch lecker Mango Eis am Stiel gekauft.
Als ich alles im Fahrzeug verstaut hatte – dabei musste Generator und Klimaanlage laufen, weil kein Schatten weit und breit – nahm ich mir so ein tolles Eis. Genüsslich lutschte ich daran herum, bis ich dachte: ist das scharf? Kaum gedacht, merkte ich dann auch das Nachbrennen. OK, anscheinend ist das ein Mango-Chili Eis. Sieht man aber nur an der Zutatenliste. Der Mexikaner auf dem Wrapper hätte mich stutzig machen sollen!

Die T-Mobile USA SIM-Card Affair

OK, dann auf zum Erwerb einer local SIM Karte bei WAL-Mart. T-mobile Karte mit 5GB Daten/1 Monat, für 30 Euro plus Tax: Kein schlechter Deal (dachte ich). Also gekauft.
Raus ans Auto, SIM Card ins Handy und dann muss man eine (amerikanisch gründliche) Aktivierungsprozedur durchlaufen.
Am Ende des Prozesses – ca 10 min – sagte mir die Computerstimme: SIM Card couldn´t be activated.  Please go back to the store where you bought it. OK, ich also wieder rein in den Laden. SIM Card wurde umgetauscht (Sorry, can Happen sometimes). Umtausch aber auch amerikanisch gründlich an einer Spezial Service Kasse mit Unterschrift, Adresse, etc.
Wieder raus ans Auto und Prozedur wiederholt. „Sorry, the SIM Card couldnt be activated…“

OK, Ich habe es dann geschafft, die Hotline ans Telefon zu bekommen. DAVE sagte mir, WAL Mart hatte die Karte falsch gescannt, die könne man jetzt nicht mehr aktivieren. Ich solle wieder rein gehen und umtauschen und ein Mitarbeiter soll dann ihn anrufen, bevor er irgendwas scannt. Also: ich wieder rein in den Laden, die Kontrolldame am Ausgang kannte mich mittlerweile schon gut (High Five?). Bei der Fachberaterin den Satz aufgesagt und Telefonnummer von DAVE, dem T-Mobile Mann gegeben.
Sie: aber wir können da nix anderes scannen und deswegen brauche ich auch niemand anrufen.
Ich kochte nun ganz leicht… Dann sagte ich ihr recht deutlich, sie soll den Typen (Dave) von der Hotline anrufen!!!!!
Sonst will ich hier Mr. WAL Mart höchstpersönlich sprechen!
OK, ich war wohl überzeugend, sie rief Dave dann doch an. Sie talkten ein paar Minuten, dann legte sie auf.
OK, Sorry, my fault, but now i know… We have to change the Card One more Time. Ich musste die Karte zurückgeben (an der Spezialkasse am anderen Ende des Ladens (so ein Superstore ist riesig!) und bekam mein Geld zurück.
Wieder zurück zur Fachverkäuferin. Diese stellte jetzt fest, dass das was ihr Dave gesagt hatte, irgendwie nicht funktioniert!
OK, eine andere Karte für vergleichbares Geld hatten sie nicht… Ich war auf 180!
Ich habe für diese Aktion fast 4 Stunden bei WAL Mart zugebracht. Das Mango Chili Eis brannte nach und draussen waren es 120 Grad – Fahrenheit – drinnen sibirische Frostkälte). Der Chef-Chef kam dann zum Entschuldigen und gab mir einen Einkaufsgutschein über 15 Dollar… Besser als nix. Dann sagte er mir wo der nächste t-mobile Shop ist (1,6 Miles entfernt). Die könnten mir sicher helfen. Vielleicht hätte der ja sogar noch auf. (WAL Mart hat 24/7 auf!) Ich also hepp ins Auto, da hin gecruist und… Sie hatten gerade die Metallrolladen runtergelassen! Aber sie wären ja morgen (Sonntag) ab 11 Uhr wieder da.
Ich könne gerne da stehen bleiben, sie informieren den Sicherheitsdienst.
OK, meinen ersten Campground hatte ich mir zwar anders vorgestellt, dafür kostete er aber nix und Essen und trinken hatte ich ja jetzt jede Menge an Bord! Ich bin allerdings immer noch in Vegas…

Zum Thema SIM-Card in USA schreibe ich später einen separaten Bericht. Ich habe interessante Erkenntnisse gesammelt, die ich gerne an euch weitergeben will.

Ich ging dann früh schlafen, weil ich schon wieder total platt war.
Man trinkt hier Wasser in gigantischen Mengen und fühlt sich trotzdem permanent dehydriert. Meine Lippen waren so trocken, dass ich mir einen Blistex geholt habe. Das Eis hatte meinen Magen etwas malträtiert, der gerade wieder gut war…

Ach… Egal! Morgen geht es mit Winnie endlich richtig los!! 🙂

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